In den Jahren 2013 und 2014 hat die Deutsche Bundesbank insgesamt 157 Tonnen nach Deutschland geholt. Dabei hält sie sich aber äußerst bedeckt. Es gibt keine Fotos, keine Details und keine Barrenlisten. Stattdessen hat sich die Bundesbank hinsichtlich Prüfung, Umschmelzung und Transport der Barren wiederholt in Widersprüche verstrickt.
Am Montag teilte die Deutsche Bundesbank mit, dass sie ihre Goldverlagerungen im vergangenen Jahr “erfolgreich fortgesetzt und weiter intensiviert” habe. Konkret habe sie 120 Tonnen Gold von ausländischen Lagerstellen nach Frankfurt am Main verlagert, davon 35 Tonnen aus Paris und 85 Tonnen aus New York.

Im Jahr 2013 hatte die Bundesbank lediglich 32 Tonnen aus Paris und sogar nur 5 Tonnen Gold aus New York nach Frankfurt am Main holen können. In diesem Tempo hätte die Verlagerung aus New York statt sieben ganze 60 Jahre gedauert. Die Deutsche Bank machte zuletzt in einer Erklärung “diplomatische Gründe” für den langsamen Verlauf der Goldrückholung aus den USA verantwortlich.
Im Jahr 2014 konnte die Bundesbank ihre diplomatischen Probleme mit den USA aber offenbar klären. Statt 5 Tonnen wie im Jahr 2014 holte sie im vergangenen Jahr 85 Tonnen Jahr aus New York. Es gelang ihr somit nach eigenen Angaben, insgesamt mehr als dreimal so viel Gold aus New York und Paris nach Frankfurt zu verlagern wie noch im Vorjahr.
Carl-Ludwig Thiele (61), Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank und FDP-Mitglied, sagte am Montag:
Die Umsetzung unseres neuen Gold-Lagerstellenkonzeptes verläuft reibungslos. Wir liegen sehr gut im Zeitplan.
In den ersten beiden Jahren der Rückholung hat die Bundesbank nach eigenen Angaben bereits 157 Tonnen Gold nach Frankfurt geholt, davon 67 Tonnen aus Paris und 90 Tonnen aus New York. Das ist fast ein Viertel der Menge, die laut den aktuellen Plänen der Bundesbank insgesamt nach Deutschland verbracht werden sollen.
Das im Januar 2013 vorgestellte Lagerstellenkonzept der Bundesbank sieht vor, dass ab 2020 die Hälfte der deutschen Goldreserven in Frankfurt am Main lagert. Dazu will die Bundesbank schrittweise 300 Tonnen Gold aus New York und die gesamten 374 Tonnen Gold aus Paris nach Frankfurt holen.
Ziel ist es, dass in Paris bis zum Jahr 2020 überhaupt kein deutsches Gold mehr lagert. Und in New York sollen nur noch 1.237 Tonnen verbleiben. Der Bestand von 438 Tonnen in London soll nicht verändert werden. Auf diese Weise wird sich der Goldbestand in Frankfurt bis 2020 voraussichtlich auf 1.709 Tonnen erhöhen, was 50,5 Prozent ihrer Goldreserven entspricht.